Etwas lernen aus dem Rücktritt von Matthias Platzeck

Heute morgen hat Matthias Platzeck seinen Rücktritt als Vorsitzender der SPD bekanntgegeben. “Nicht schon wieder” – war meine erste Reaktion. Die SPD wechselte ihre Vorsitzenden seit Anfang der Neunziger einfach schon zu oft. Aber nachdem ich Matthias auf der Pressekonferenz (live in vielen Kanälen und auch bei Phoenix) sah, war mir klar, das ging nicht anders. Wenn man sich übernimmt, so daß man zu leiden beginnt, dann muß man sich eben zurücknehmen. Gute Besserung Matthias Platzeck!

Nun sind bei jedem die körperlichen und geistigen Leistungsgrenzen ganz verschieden und diese lassen sich überdies durch stete Übung und gutes Handwerk sehr erweitern. Delegieren können und um sich eine gute Mannschaft zu sammeln gehören dazu. Ohne eine absolut perfekte Spitzensekretärin (oder das männlich Pendant) ist kein Staat zu machen, wenn das mit den Terminen noch hinhauen soll. Wichtig ist aber wohl vor allem, daß man sich nicht mit Ämtern und Aufgaben überhäufen läßt. Sich auf Wesentliches konzentrieren. Rechtzeitig auch einmal “Nein” sagen. Mal sehen, ob und wie das der Kurt Beck anstellen wird?

Was bei den Berufspolitikern zutreffend ist, das gilt allemal auch für die tausenden Ehrenamtlichen im Lande. Immerhin müssen die neben ihrem Politikhobby auch noch viele andere Bereiche ihres Lebens managen und zumeist eben auch ihren Lebensunterhalt. Da muß ich mich dennoch nur wundern, wieviel Lebenszeit für völlig unsinnige Versammlungen hier und dort vergeudet wird. Ämterhäufung ist auch in der hiesigen SPD ein beklagenswertes Phänomen und sicherlich eine Ursache dafür, daß diese Ämter kaum wirklich wirksam ausgefüllt werden. Wer ist schon gut in allem? Omnipotenz scheint dennoch das Markenzeichen auch der Provinzprominenz zu sein.

Dabei sollte in den Zeiten von Telefon und eMail doch nun wirklich die Kommunikation und Arbeitsteilung überall einziehen, mit dem tollen Effekt, daß man dabei noch ganz viele zusätzliche Interessierte mit einbeziehen kann und nicht nur “unter sich” bleibt. Die Gremien sollten nicht ständig mit den üblichen Platzhirschen nach Proporz besetzt werden, sondern mit Denjenigen, die “alte” und vor allem zusätzliche Kräfte einbeziehen können. Dann wird die Pflicht zur Kür, die Arbeit zur Lust. Alles andere ist Mist und entspricht nicht dem Sinn einer (auch nach innen) demokratischen Partei.

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Eine Antwort auf Etwas lernen aus dem Rücktritt von Matthias Platzeck

  1. Presse sagt:

    [... Spitzenpolitik kann für den Körper gefährlich werden. Matthias Platzeck hat die Notbremse gezogen. Horst Seehofer kostete der Einsatz fast das Leben. Letztlich machen viele Spitzenpolitiker aber trotz "Warnschuss" häufig weiter. ...] weiterlesen »

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